Zeichnung

versuchen — Zeichnung zu dem zu machen — was Worte können — flanierend im eigenen Gestrüpp

die Linie selbst
Risse — Spalten — Spuren — Pfade
bewegt
Figur

 

2019 | Palimpsest über 1998, stellt nichts dar und bildet doch ab.
Zeichnungen sind weder kollektive Äußerungen, noch allgemeine Erlebnisse.

2018_19 | Im Gestrüpp. Ins Dickicht hinein und aus dem Gebüsch raus.
Alte Zeichnungen überzeichnet. Palimpseste auf alten Zeichnungen von 1985 bis 2002
Die Linien immer wieder Neues erzählen lassen.

2010 | Zeichnung selbst

 

2007 | Überzeichnungen, Strings, fädig, knäulig und gestisch Gewirktes

Risse und Rillen, als noch nicht entzifferte Hieroglyphen, bilden Bilder.
 Aber der Urlaut der Imagination, der Bilderfindung sei das Wort. 
Wobei die Metapher vor dem Wort ist. 
Es sind synästhetische Erfahrungen, die unfreiwillige Erinnerungsräume öffnen.
 Ein offenes Spiel. 
 
Ich verlasse nicht die Zeichnung, wenn ich Worte benutze und ich schreibe oder setze die Linie als wäre sie Wort. 
Bilden sich Bilder durch Bilder oder bilden sich Bilder durch Worte? 
Ich verknüpfe Wort und Bild auf der Suche nach dem, was jenseits beider Horizonte liegen mag.

Die gestohlene Zeichnung
wurde 2004 geschrieben, um sie zu verlieren, um sie zu finden.
23 Blätter ablesbar in scheinbarer Linearität, offen fraktal.
Zeichnung definiert sich in ständigen Verschiebungen, als Bericht, als Diskurs, als Erfahrung und endet in der Schilderung des durch den Diebstahl entstandenen Lochs und der fiktiven
gestohlenen Zeichnung.
Eine ständige Dekonstruktion, Hinterfragung und Überschreibung des Sujets
.
Alle Formen des Austauschs zusammen bilden die Zeichnung.

Die Schilderung der fiktiven gestohlenen Zeichnung

2007_Trittau, Leseperformance

 

2019 | 2016 | 1993 | Der hervorgewölbte Riss der fließenden Linie 
vom Boden meines Ateliers 1993 im Künstlerhaus Sootbörn, 
wird weiterverarbeitet 2016 als Palimpsest. 
Eine neue Tätigkeit in umgekehrter Richtung, 
Text hineingepunzt als Punkte der Blindenschrift.
Linie und Punkt.
Die Metapher ist vor der Sprache.
Geprägtes Verarbeiten, ISBN 978-3-88920-088-8

 

 

2014 | Zweige, blattlos

 

2006 | Gestrüpp

 

1995 | Tanztheater

 

1994 | Spinnweben

 

1993 | Zweige

 

1999 | 2002 | tanzende Horizonte

 

2000 | Ahrensburger Fugen

 

1998 | Unter der kargen Humussschicht des Alto do Feital liegen Steine aus Granit, in die die Pflüge der Bauern jahrzehntelang Risse einzeichnen, bevor sie aus der Erde hervorbrechen und auf die langen, die Felder begrenzenden Mauern gelegt werden. Zeichen, die verwandt scheinen mit den steinzeitlichen Ritzungen des nahegelegenen Foz Côa. Über eine Bedeutung wollten die Archäologen sich nicht äußern. Ein Begreifen durch Ertasten wurde mir nicht erlaubt. Mit dem Wissen von heute spiegeln oder reflektieren sie ihre Spekulationen in den Zeichen von damals. Ist das der Anfang unserer Schriftentwicklung? Spuren sehen und deuten?
 Vielleicht? Pois? Klar?

 

 

1997 | Die blaue Mauer. Wenn die Steine weg wäre, wäre das der Himmel auf Erden?

 

1997 | Steine schweben auf ihren Schatten

 

1986 | Cuszco, Peru. Warum ich die Fugen zwischen den Steinquadern der monumentalen Tempelbauten auf meinen mitgebrachten Butterbrotspapierbögen abtasten musste, mit Graphit an den Fingern, zwar komponiert, obwohl, wegen der Aufregung doch recht wenig bedacht, wusste ich erst einige Jahre später. Ich hatte nicht daran vorbeigehen können, sie hielten meine Aufmerksamkeit gefangen. Ich musste es tun, trotz des kalten Schweißes, der mir aus den Achseln ran, während ich die kleinen Papierbögen schnell über die Risse presste. 
Wir waren mitten in dem Gebiet, in dem die Sendero Luminoso mit den peruanischen Staatstruppen kämpften. Die Widersprüchlichkeit meines Sammelns in diesem Jahrhunderte andauernden Moment nahm ich wahr, seine Mehrdeutigkeit machte mir noch lange Sorgen. Immer wollen wir es gesehen haben. Und darüber vergehen die Momente. Risse, vor 450 Jahren von europäischen Augen gesichtet, aber nicht wahrgenommen, wie auch den eingeschmolzenen letzten Inkakönig Atahualpa. 
Risse, schmale Durchgänge zum Woandershin. Hinter ihnen verbirgt sich was ich suche. Aber so reduziert? Wer mochte mit mir diese bleischwere Aufregung empfinden, einer schmalen Linie in dieser monumentalen Steinwand zu folgen, die um die Ecke biegt, ohne rechten Winkel, schräg und dann nach oben?

 

 

1988 ­- 1991 | Figur bewegt

 

1987 | sich selbst zeichnende Steine

 

1980  – 1987 | Portrait

 

 

1979  – 1987 | Am Anfang wurde gezeichnet, dann mussten sich alle bewegen.